Delfin- & Walbeobachtung vor Teneriffa

Delfin- und Walbeobachtung in Teneriffa: Kreuzfahrt Tipps und Ideen für Ausflüge auf eigene Faust

Lieber Gustav, heute früh klingelte der Wecker um 7.00 Uhr. Beim Blick aus dem Balkon war Teneriffa und der Hafen von Santa Cruz schon zu sehen. 106 Seemeilen (196km) sind wir über Nacht gefahren. Wir drehten und fuhren dann rückwärts bis zu unserem Platz an der Pier. Direkt nach uns machten noch zwei weitere Kreuzfahrtschiffe fest. Alles vor wolkenverhangener Kulisse in der Morgendämmerung. Beim Frühstück bot sich uns ein atemberaubender Sonnenaufgang, den wir fast für uns alleine hatten. Entweder schlief der Großteil der Passagiere noch oder stand draußen an Deck, um das Anlegemanöver bei schönstem Licht und aus nächster Nähe zu beobachten. Wir jedenfalls freuten uns über freie Platzwahl und das exklusive Frühstücksbuffet.

Ankunft im Kreuzfahrthafen Santa Cruz, Teneriffa

Teneriffa für einen Tag

Im Vorfeld hatten wir wie sooft verschiedene Ausflüge gegeneinander abgewogen. Und auch für Teneriffa war das Angebot riesig! Zur Auswahl stand die Wanderung durch das Anaga-Gebirge, aber auch die Fahrradtour nach La Laguna klang vielversprechend. Kapazitäten waren überall noch genügend vorhanden. Als allerdings die Option, Wale und Delfine zu beobachten zur Sprache kam, waren wir uns alle schnell einig. Die Wettervorhersage war gut und bevor es morgen schon wieder zurück geht, wollten wir noch einmal so richtig Sonne tanken.

Fahrt mit dem Katamaran

8.30 Uhr war Treffpunkt an den Ausflugsbussen vor dem Schiff. Unser Ziel war der Yachthafen „Puerto Colón“ in Costa Adele, einer kleinen Stadt an der Südwestküste von Teneriffa. Von hier aus ging es mit dem Katamaran auf Exkursion zur Delfin- und Walbeobachtung. Und wir hatten Glück – kaum 20min nach Abfahrt sahen wir die ersten Delfine in freier Wildbahn.

Delfinbeobachtung bei unserem Ausflug auf Teneriffa

Der Zügeldelfin, wegen der gefleckten Färbung auch bekannt als Atlantischer Fleckendelfin, kommt in den gemäßigten und tropischen Zonen des Atlantiks vor. Die ausgewachsenen Delfine mit ihren Punkten hatten eine Größe von etwa 2-2,5 Meter. Die deutlich kleineren Jungtiere waren einheitlich grau.

Zügeldelfin unter der Wasseroberfläche

Ein unvergessliches Erlebnis! Doch das war noch längst nicht alles: Als wir uns mitten auf dem Meer zwischen Teneriffa und La Gomera treiben ließen, rief die Crew plötzlich: „Schaut! Wale!“ Und ein paar Meter weiter tauchte an der Wasseroberfläche ein riesiger Brydewal inklusive Wasserfontäne auf. Wale dieser Art werden 12 bis 14 Meter groß und erreichen ein Gewicht von 16-25 Tonnen. Die Boote geben einen Anhaltspunkt für die Größenordnung.

Brydewale beobachten vor der Küste Teneriffas

Der Brydewal wandert nur an Teneriffa und den anderen kanarischen Inseln entlang; im Gegensatz dazu leben die Grindwale in großen Kolonien in den Gewässern um die Kanaren. Davon sahen wir später auf der Tour einige kleinere Gruppen an der Oberfläche schwimmen. Sie kamen ganz nahe an das Boot heran. Fasziniert verfolgten wir das Schauspiel.

Unsere Fahrt ging weiter die Küste entlang in Richtung Los Gigantes. Vom Meer aus sahen wir wunderbar den Gipfel des Teide, mit 3.718 Metern die höchste Erhebung der Kanarischen Inseln. Wir konnten die Grindwale auf unserem Rückweg nach Costa Adeje immer wieder in kleineren Gruppen beobachten.

Gewöhnlicher Grindwal (Globicephala melas)

So haben wir es uns einfach noch eine Weile gemütlich gemacht, auf dem Katamaran wurden belegte Brote und Erfrischungsgetränke serviert und wir genossen die Sonnenstrahlen in vollen Zügen. Die Felsen der Steilküste am Ufer fielen hier fast senkrecht in den Ozean ab. Dazu machte ein Gleitschirmflieger die Kulisse perfekt.

Steilküste Los Gigantes im Westen von Teneriffa

Stadtrundgang durch die Hauptstadt von Teneriffa

Zurück in Santa Cruz bin ich noch durch die Altstadt geschlendert. Besonders schön anzusehen war der Plaza de España, ein riesiger Platz mit kreisförmig angelegtem See und stattlicher Wasserfontäne. Dahinter schloss sich die Fußgängerzone mit vielen kleinen Cafés, Restaurants und Geschäften an. Den Rückweg zum Schiff lief ich die Küste entlang. Dort stand direkt am Meer gelegenen das Auditorium von Teneriffa.

Auditorio de Tenerife in Santa Cruz

Ein moderner Bau, der als Konzert- und Kongresshalle genutzt wird. Die strahlende Wirkung kommt von den tausenden Bruchstücken weißer Kacheln, die das Gebäude verkleiden. Ringsum blühten auch hier wieder die Bougainvillea Bäume.

Blühende Bougainvillea auf der Straße von Teneriffa

Jede Reise hat ein Ende…

Aber die Erinnerung bleibt! Vor uns lag nur noch die letzte Etappe zurück nach Gran Canaria. Nach 63 Seemeilen (117km) konnten wir den Tag am nächsten Morgen ganz ruhig angehen; bis 11.00 Uhr verbrachten wir die Zeit noch an Bord. Dann nahmen wir schließlich einen der vielen Transferbusse zum Flughafen. Wir blicken auf eine wunderschöne Woche mit viel gemeinsamer Zeit, tollen Eindrücken und Erlebnissen.

AIDAstella verlässt den Hafen von Santa Cruz de Tenerife

Bilanz unserer Kanaren Kreuzfahrt in Zahlen

Wind und Wellen gehören zu jeder Kreuzfahrt; mal mehr, mal weniger. Der Angabe der Windstärke dient ja die so genannte Beaufort-Skala. Sie teilt die Windgeschwindigkeit von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan) in verschiedene Bereiche. Auf unserer Reise gab es an manchen Tagen ziemlich starken Wind – insbesondere auf der Überfahrt von Gran Canaria nach Madeira mit Windstärke 7. Bei 3 Meter hohen Wellen hatten wir demzufolge ordentlich Seegang. Allerdings lag unsere Kabine recht mittig und so hatten wir beim Schlafen kaum Probleme mit dem Schaukeln. Die Wetterbedingungen sonst waren optimal mit Temperaturen um die 21 Grad. Allemal besser und wärmer als zu Hause in Deutschland. Die Wassertemperatur lag bei 19 Grad.

Mal sehen, wohin uns die nächste Reise führt.
Herzlichst, Franziska

Bildergalerie: Kanaren-Kreuzfahrt mit AIDAstella