Reisebericht: Unser Kurztrip nach Paris

Blick von der Pont des Arts auf die Insel Saint Louis und Cité über das Seineufer

Lieber Gustav, obwohl Paris im Landesinneren liegt, ist es ein beliebtes Anlaufziel für Kreuzfahrtschiffe. Im Frühjahr auf unserer Kreuzfahrt von Gran Canaria nach Hamburg hätten wir schon die Gelegenheit gehabt. Da war uns die Entfernung vom Hafen in Le Havre allerdings zu weit. Paris hat so viel zu bieten; wir haben die Herbstferien genutzt und so eine ganze Woche in der französischen Hauptstadt verbracht. Das haben wir erlebt.

Eiffelturm: Das Wahrzeichen von Paris

Am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir direkt zum Eiffelturm. Vom Hotel aus war es nur ein kurzer Spaziergang von 20min. Vom Turm selbst hat man eine einigermaßen gute Vorstellung; aber schließlich war es der Moment, an dem wir um die Ecke bogen und ihn aus nächster Nähe vor uns sahen: Was für ein Anblick! Die Dimension und die Ausmaße der riesigen Stahlstützen auf der einen Seite; andererseits wirken die einzelnen Streben so filigran. Und mitten in diesem Netz sieht man Personen, die den Turm zu Fuß bis auf das erste oder zweite Plateau erklimmen. Genau das hatten wir auch vor. Dafür mussten wir zunächst durch die Sicherheitskontrolle. Und vor dem Aufstieg standen wir noch einmal in der Mitte zwischen den vier gewaltigen Füßen des Eiffelturms – spätestens hier wird man sich dieser wahnsinnigen Höhe des Bauwerks bewusst.

Eiffelturm Paris; Ansicht von unten

Für den Aufstieg über die Treppen mussten wir nicht lange anstehen. In Summe sind es 364 Stufen bis zur ersten und 381 Stufen bis zur zweiten Plattform. Die Aussicht war grandios! So bekamen wir direkt nach unserer Ankunft einen super Überblick über die Stadt, entdeckten den Arc de Triomphe, die goldene Kuppel des Invalidendoms, das Louvre. Und schmiedeten Pläne für die folgenden Tage. Die dritte Etage ist 276m hoch und kann nur mit dem Fahrstuhl erreicht werden. Dort befindet sich auch das ehemalige Büro von Gustave Eiffel. Das nenne ich mal ein Büro mit Ausblick!

Paris-Aussicht von der Spitze des Eiffelturms

Den späten Nachmittag verbrachten wir in den Einkaufsstraßen Ecke Marais. Und besuchten Läden, die abgesehen von Paris sonst nur Filialen in London oder New York haben. Nach einem guten Abendessen erreichten wir satt und zufrieden unser Hotel in der Avenue Emile Zola.

Triumphbogen: Aussicht auf die Champs-Elysées

Den nächsten Tag ließen wir ganz entspannt angehen, schliefen lange, haben ausgiebig gefrühstückt und das Hotel erst gegen 10 Uhr verlassen. Keine 20min nachdem wir los sind, schoben die Wolken beiseite, gaben den Himmel frei, die Sonne blickte hindurch, Ende Oktober bei 17 Grad. Unser Spaziergang führte uns vom Arc de Triomphe die Champs-Elysées entlang bis zum Place de la Concorde. Wir schlenderten weiter durch den Tuileriengarten bis zum Louvre, wo ein Freund und Kollege aus Paris uns erwartete. Zum Mittagessen ließen wir es uns gut ergehen; das macht schon einen Unterschied mit einem Einheimischen in einem französischem Café.

Der Louvre in Paris, Kunstmuseum

Im Anschluss haben wir uns zwei elektrische Roller gemietet. Dafür meldet man sich einfach über das Handy an und zahlt per Kreditkarte minutengenau nach Ende der Nutzung. Das ist super praktisch und lustig zugleich. Einfach daraufstellen, losfahren, Spaß haben. So fuhren wir wieder zurück, entlang der Seine und zwischen den Passanten die Champs-Elysées bis zum Arc de Triomphe. Dort kauften wir Tickets für den Aufstieg. Im Inneren des Bogens waren geschichtlich einige Hintergrundinfos ausgestellt. Das Beste aber war wieder der Aufstieg. 284 Stufen später standen wir bei blauem Himmel und Sonnenschein inmitten eines riesigen Verkehrsknotenpunktes. Es ist einer der größten Plätze von Paris; 12 Straßen führen sternförmig auf ihn zu.

Aussicht Triumphbogen, Arc de Triomphe

Den schönen Herbsttag haben wir bei einer Bootsfahrt auf der Seine ausklingen lassen. Dabei war die Rundfahrt gleichermaßen entspannt und interessant; schließlich liegen viele der bekannten Sehenswürdigkeiten direkt am Ufer. Eine Stunde ging die Fahrt, vorbei an historischen Bauwerken wie z.B. dem Musée d’Orsay, der Kathedrale Notre Dame oder der Brücke Pont Alexandre III. Besonders gut gefallen hat uns das abendlich beleuchtete Paris nach Einbruch der Dunkelheit.

Brücke Alexander III, Paris

Disneyland Paris: In die Kindheit zurückversetzt

Was wäre ein Besuch in Paris, ohne Disneyland. Für einen Tag tauchten wir in die magische Welt von Mickey Mouse, Goofy, Peter Pan & Co. Mit über 50 Attraktionen, Shows und Paraden ist für jedes Alter etwas dabei, man schwelgt in Kindheitserinnerungen, fährt Achterbahn durch die Star Wars Film-Kulisse, findet sich in Zeichentrickfilmen wieder. Das Besondere ist das Gesamterlebnis, die Dekoration des Parks, die liebevolle Aufbereitung von mehreren Jahrzehnten Disney-Geschichte.

Cinderella-Schloss im Disneyland Paris

Moulin Rouge und Montmartre-Viertel

Heute waren wir klassisch mit Reiseführer unterwegs. Im neuen Marco Polo für Paris war ein schöner Spaziergang durch Montmartre beschrieben – das 18. Arrondissement und ehemalige Künstlerviertel von Paris. Die weiße Basilika auf dem Hügel im Norden der Stadt sahen wir schon vom Eiffelturm und Arc de Triomphe. Es ist der höchstgelegene Punkt der Stadt. Aber Montmartre hat noch viel mehr zu bieten: Enge Gassen, bekannte Filmkulissen, interessante Geschichte und einen fantastischen Ausblick über Paris. Dafür fuhren wir nach dem Frühstück vom Hotel mit der Metro bis zu unserem Ausgangspunkt am Moulin Rouge, dem wohl berühmtesten Variété und Nachtclub der Welt. Er ist auch heute noch voll im Betrieb und eine der Top Attraktionen im Pariser Nachtleben. Wir fanden allein die Außenansicht bei Tag schon beeindruckend.

Moulin Rouge Außenansicht bei Tag

Von dort führte unsere Route den Berg hinauf, vorbei am Café des 2 Moulins, in dem der Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gedreht wurde. Wir schlenderten durch einen kleinen Park und weiter vorbei an vielen kleinen windschiefen Häusern, die immer weiter den Berg hinauf führten. Sogar ein kleiner Weinberg befand sich dort oben; die alljährliche Weinernte lag nur wenige Tage zurück. Und plötzlich standen wir vor der blendend weißen, in einer Art Zuckerbäcker-Stil gebauten Basilika, der Kirche Sacré Coeur. Die ungewöhnliche fast weiße Außenfassade kommt durch die besonderen Steine, die im Laufe der Zeit Calcit abgeben und einen immer helleren, kreideartigen Farbton annehmen.

Basilika, Sacré-Coeur

Von den Treppen auf der Vorderseite hatten wir schon einen tollen Blick über die wolkenverhangene Stadt. Aber wir wollte noch höher hinaus und bis auf die Kuppel steigen. Tatsächlich führt eine kleine Wendeltreppe 300 Stufen bis ganz nach oben, wo ein grandioses Rundum-Panorama auf uns wartete.

Aussicht auf die "Neustadt" von Paris

Ausblick über Paris von der Kuppel von Sacré-Coeur

Promenade Plantée Paris: Spaziergang im Grünen

Nach einer kurzen Mittagspause verbrachten wir den Nachmittag weiter östlich im 12. Arrondissement bei einem Spaziergang auf der Promenade Plantée. Wo früher eine Hochbahnlinie verlief, schlängelt sich heute in etwa 10m Höhe ein wirklich sehr hübsch bepflanzter Weg. Knapp 5km folgten wir der langen, schmalen Grün-Strecke – ohne auch nur eine einzige Straße überqueren zu müssen. Die Ranken an den Torbögen leuchteten in den verschiedenen Gelb- und Rottönen. Zwischendurch gab das Laub den Blick auf schöne Altbaufassaden im Pariser Haussmann-Stil frei.

Parkanlage in Paris, Promenade Plantée

Eben noch in der Großstadt, kurz darauf in einer Grünen Oase. Der Verkehrslärm rückte in den Hintergrund. Halb versteckt unter Pfanzendickicht erinnerten ein paar alte Schienen und umrankte Waggons mit rostigen Rädern an die weit entfernte Vergangenheit. Am Ende führte uns der Weg die Treppe wieder hinunter zur Kreuzung an der Rue de Lyon und der Avenue Daumesnil, nicht weit entfernt von der Métro Station Bastille. Berufsverkehr, Verkehrslärm und Abgase – die Gegensätze konnten kaum größer sein.

Métro-Schild am Place de la Bastille

Tag 5: Besuch im Louvre

Abgekühlte Luft und Regenwolken machten uns die Entscheidung einfach; stand doch der Museumsbesuch im Louvre noch ganz oben auf unserer Liste. An der gläsernen Eingangspyramide im Innenhof sind wir die letzten Tage schon ein paar Mal vorbeigekommen. Das eigentliche Palais du Louvre ist als ehemaliger Königspalast mehr Schloss als ein Museum. Das Gebäude und die Räumlichkeiten haben eine Wirkung und Dimension, da konnten wir nur staunen: Abgesehen von den vielen Gemälden und Statuen, lohnte es sich auch immer wieder einen Blick auf die Decken oder Wände zu richten. Hier ein Beispiel der bis ins Detail rekonstruierten Apollo Galerie.

Apollo Galerie im Louvre, Paris

Bei einer Ausstellungsfläche von mehr als 60.000 Quadratmeter schafft man es unmöglich, alles an einem Tag zu besichtigen. Wir begannen in den oberen Etagen, schlenderten durch die Gänge, die Etagen und warfen schließlich auch einen Blick auf Leonardo da Vincis „Mona Lisa“.

Andrang vor der Mona Lisa im Louvre Museum

Den Abend ließen wir entspannt ausklingen; besuchten ein typisches französisches Restaurant. Nachts tauchte die Beleuchtung der Brücken, Plätze und Bauwerke die Stadt in einen sanften Schein. Und noch so schön mild waren die Temperaturen in diesen Oktobernächten.

Spaziergang bei Nacht, Pont d'Arcole

Louis Vuitton Stiftung und Tour Montparnasse

Wahnsinn, wie schnell die Woche schon wieder vergangen ist. Unser letzter Tag führte uns in den Westen der Stadt. Die Wochenkarte für die Metro war eine gute Investition, befinden sich die Stationen doch wirklich überall in der Nähe von wichtigen Punkten. Das Streckennetz ist übersichtlich, auf die nächste Bahn mussten wir nie lange warten. Für uns war es die unkomplizierteste Art und Weise von A nach B zu kommen.

Wir besuchten die Louis Vuitton Foundation, ein relativ neues Kunstmuseum, wobei die Architektur des Gebäudes selbst schon ein Kunstwerk ist. Zwölf riesige Glassegel umgeben das Gebäude, das dadurch wie eine gläserne Segelyacht aussieht. Als Inspiration diente wohl eine Rennyacht bzw. das Foto der America’s Cup-Yacht „Susanne“ aus dem Jahre 1911. Die aktuelle Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst und modernen Werken von Egon Schiele und Jean-Michel Basquiat hat uns gut gefallen; gerade als Kontrastprogramm zum Louvre. Das klassische Bild, das an der Wand hängt, war vergleichsweise selten zu finden. Dafür zum Beispiel diese Lichtinstallation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson.

Lichtinstallation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson in der Louis-Vuitton-Foundation in Paris

Am Abend machten wir noch einen Abstecher in den Pariser Stadtteil Montparnasse und besuchten die 59. Etage vom Tour Montparnasse. Dabei handelt es sich um ein 210m hohes Hochhaus nahe des Eiffelturms. Paris von oben, bei Dunkelheit, Info-Tafeln wiesen noch einmal auf die Bauwerke hin, die Aussicht, 360 Grad – einfach großartig! Hier zu sehen: Der Invalidendom bei Nacht.

Blick vom Tour Montparnasse auf den Invalidendom

Zum Abschluss: Invalidendom

Und so kam es, dass wir am Tag unserer Abreise den Invalidendom und das Militärmuseum von Paris besuchten. Eine Attraktion mit Bezug zum aktuellen Schulstoff im Geschichtsunterricht. Der Invalidendom als Militärdenkmal der französischen Armee war ursprünglich als Kirche geplant. 1840 wurde er jedoch zu einem riesigen Grab für Napoleon umgebaut.

Wir ließen den Dom und die Gartenanlage eine Weile auf uns wirken, hielten Ausschau nach zwei Rollern und fuhren noch einmal zum Eiffelturm. Ein Bild hier, eine Aufnahme dort und schon hieß es, den Rückweg anzutreten. Ein kurzer Zwischenstopp am Hotel, Auschecken, Gepäck mitnehmen und dann verließen wir die Stadt mit dem Zug in Richtung Flughafen.

Eiffelturm Paris - immer wieder ein Erlebnis

Schön war’s; und ich freue mich, unsere Reiseerlebnisse und Eindrücke mit Dir teilen zu können.

Herzlichst: Franziska