Reise zum Nordkap

Nordkap, Norwegen

Lieber Gustav, es ist Halbzeit auf unserer Kreuzfahrt-Reise zum Nordkap. Ich hoffe es geht Dir gut; wir haben hier an Seetagen keinerlei Internet oder sonstige Kommunikationsmöglichkeit. In gewisser Weise ist dieser Abstand zur digitalen Welt auch mal gut. Und nicht nur deswegen ist diese Art zu verreisen der perfekte Mix für uns – wir genießen Abenteuer und Comfort in einem. Von Bergen und dem Stop in Hellesylt bis nach Geiranger waren es schon unbeschreiblich schöne Eindrücke. Nun geht es weiter nach Bodø und über die Lofoten bis zum Nordkap. Landschaftlich sehr beeindruckend. Wir sind so weit im Norden – mit dem Auto sicher ein ganz schönes Prozedere. Das ist für uns keine Alternative. Denn während ich diese Zeilen schreibe, entspannen wir für zwei Tage auf See: Ohne Landgänge. Wir schlafen lange, setzen uns an den gedeckten Tisch, danach mit einem Buch an Deck, der Blick auf das Meer. Das gibt uns den Raum und die Ruhe die Eindrücke Revue passieren zu lassen und vor allem merken wir, wie der Alltag in weite Ferne rückt.

Bodø: Hauptstadt der Provinz Nordland im Norden Norwegens

Auf dem Weg nach Bodø legten wir weitere 442 Seemeilen (819km) zurück. Hier oben im Norden zwischen dem Polarkreis und den Lofoten ist die Natur Hauptattraktion. Um noch mehr von der Umgebung zu sehen, haben wir einen der organisierten Ausflüge gebucht. Und so ging es in einem kleinen Schnellboot zum Saltstraumen, dem weltweit stärksten Gezeitenstrom. Dieser fließt ca. 30km östlich der Stadt durch eine 150m breite und 31m tiefe Meerenge. Dabei werden dann alle sechs Stunden fast 400 Mio. Kubikmeter Wasser hindurchgepresst, bei einer Geschwindigkeit von bis zu 22 Knoten. Das Beste aber: An den fischreichen Gewässern rund um die Stadt und den benachbarten Inseln gibt es ein großes Vorkommen an Weißschwanz-Seeadlern. Wir hatten Glück auf unserer Fahrt und konnten einige aus unmittelbarer Nähe sehen.

Hafen von Bodø, Norwegen

Hafeneinfahrt Bodø, Norwegen

Inselkette im Sonnenuntergang, Lofoten

Lofoten: Malerische Landschaften und Ruhe pur

Nach Bodø hieß der nächste Stop: Lofoten. Bis nach Leknes waren es nur 77 Seemeilen (143km). Dort haben wir uns zunächst zu Fuß auf den Weg gemacht und einen kleinen Berg direkt am Hafen bestiegen – das gab einen tollen Überblick über eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Berge, Wiesen, Täler, Hügel und ein Gebirge, das wie eine Wand aus dem Meer herausragt. Am Nachmittag sind wir auf’s Rad gestiegen, die Hügel hoch und runter gefahren nach Leknes, Gravdal und zu wunderschönen weißen Sandstränden. Bei 20 Grad und Sonnenschein hatten wir kurz überlegt, ins Wasser zu gehen. Wir sind dann aber nur mit den Füßen rein – 13 Grad Wassertemperatur; das hat als Abkühlung gereicht.

Küstenlandschaft, Vestvågøy

Sommerwiese, Lofoten

Strand in Vestvågøy, Lofoten

Blumenblüte mit Biene

Schroffe Felsen in Vestvågøy, Lofoten

Sommer in Leknes, Lofoten

Mondschein, Lofoten

Die rot-weiße Buksnes-Stabkirche von Gravdal

Leknes und Gravdal liegen auf Vestvågøy, der bevölkerungsreichsten Gegend der Lofoten mit Zentralkrankenhaus und Fischereifachschule. Ein echter Hingucker ist die Buksnes-Kirche. Sie liegt auf einer kleinen Anhöhe und ist durch den auffällig rotweißen Anstrich schon vom Wasser aus gut zu erkennen. Aufgrund vieler altnordischer Symbole wie Drachenköpfe, wird sie oft auch als Drachenkirche bezeichnet.

Buksnes-Stabkirche in Gravdal

Infos & Tipps für AIDA Gäste

Wir können für diese Kreuzfahrt die folgenden Landausflüge empfehlen.

  • HELLESYLT: Wanderung über das Flo-Gebirge (7:30 Std.)
  • BODØ: RIB zum Gezeitenstrom und Seeadlern (3:00 Std.)
  • LEKNES: Sagenumwobene Lofoten mit dem Bike (4:30 Std.)
  • AARHUS: Kultur und Natur per Bike erfahren (4:30 Std.)

Honningsvåg: Das Tor zum Nordkap

Unser nächster Halt war Honningsvåg, 429 Seemeilen (795km) weiter nödlich auf der Insel Magerøya. Dort leben ca. 2.500 Einwohner an der äußersten Grenze der Besiedlung. Bis zum Norpol sind es nur noch 2.100 Kilometer. Es war deutlich kühler, obwohl die Sonne fast den ganzen Tag am Himmel stand. Von Mitte Mai bis Ende Juli ist sie auch die Nacht über sichtbar; das haben wir knapp verpasst. Dennoch wollten wir um Mitternacht unbedingt ans Nordkap, dem berühmten Felsen, der 307 Meter steil aus dem Nordpolarmeer aufragt. Anbei auch hiervon ein kleiner Eindruck; aufgenommen mit dem Handy. Richtig dunkel wird es trotz Sonnenuntergang nicht. Ab 2.00 Uhr ist es dann wieder taghell. Bei unserer Abfahrt am nächsten Tag konnten wir das Ganze noch einmal vom Schiff aus betrachten.

Nordkap, Norwegen

Nordkap von der Seeseite, Magerøya

Der "Globus" Nordkaps Wahrzeichen

Mitternachtssonne, Norwegen

Vom Nordkap zurück über Haugesund und Aarhus

Auf der Rücktour vom Nordkap geht unsere Reise knapp drei Tage 977 Seemeilen (1.809km) zurück bis nach Haugesund in den Süden des Landes. Im Anschluss folgt dann nach 419 Seemeilen (776km) noch ein Halt in Dänemark, Aarhus.

Soviel für den Moment. Herzlichst: Franziska