Madeira: Ein Tag in Funchal

Häuser an den Berghängen in der Nähe von Funchal

Lieber Gustav, auf der ersten Etappe unserer Kreuzfahrt fuhren wir 286 Seemeilen (530km) von Gran Canaria bis nach Madeira. Die Insel liegt nördlich der Kanaren und gehört zu Portugal. Aus dem Portugiesischen übersetzt bedeutet Madeira soviel wie Holz. Diesen Namen erhielt die mit dichtem Wald bewachsene Insel 1419 von portugiesischen Seefahrern, aber auch heute – 600 Jahre später – sind weite Teile der Insel mit Lorbeerwäldern überzogen.

Madeira Hafeneinfahrt

Unser erster Eindruck war weniger optisch als akustisch beeindruckend: Zuerst kam gegen sieben Uhr der Lotse an Bord, bevor wir kurz darauf den Hafen von Funchal ansteuerten. Dahinter zogen die Lichter der Stadt den Hang hinauf. Im Vergleich zum Vortag war das Meer ganz ruhig. Und auch an Bord und insbesondere in unserer Kabine war es noch ganz still. Ich saß solange im Liegestuhl auf dem Balkon und beobachtete, wie es am Horizont langsam immer heller wurde. Was dann kam, war eher zu hören als zu sehen. Direkt am Ende vom Pier stand unterhalb des Leuchtturms ein Landsmann mit Fahne, der uns im Vorbeifahren nach Leibeskräften Guten-Morgen-Grüße zurief. Bestens gelaunt und mit schwenkender AIDA-Fahne. Guten Morgen! Herzlich willkommen im Paradies. Unsere Vorfreude stieg.

Anlegen in Funchal, Madeira

Fahrradtour entlang der Steilküste

Nach einem ausgiebigen Frühstück begann um 10.00 Uhr unsere Fahrradtour. Obwohl: Um ehrlich zu sein, haben wir uns bei der Tour von etwa 30km Distanz und 850 Höhenmetern für Pedelecs entschieden. Bei dieser Art von Elektrofahrrad kann man sich unterstützen lassen, muss aber weiterhin selbst in die Pedalen treten. Ruhen die Pedale, ruht auch der Motor. Schaltet er sich aber hinzu, dann geht’s ab! Nachdem jeder eine Testrunde auf dem Hafengelände gedreht hat, fuhren wir ausgestattet mit Trinkflasche, Helm und Rucksack los in Richtung Innenstadt.

AIDA im Hafen von Funchal

Ein echtes Highlight auf unserer Stadtrundfahrt war die Markthalle von Funchal. Auf zwei Etagen schlenderten wir durch die Gänge mit exotischen Früchten, Gewürzen, Blumen und einem Fischmarkt.

Markthalle von Funchal mit exotischen Früchten

Hier probierten wir getrocknete Früchte, kauften noch etwas Proviant für unterwegs – ab dann ging es aufwärts. Bei 20 Grad hatten wir optimales Fahrradwetter. Mühelos und mit einem breiten Lächeln fuhren wir die steilen Straßen hinauf. Über die nächsten Kilometer bot sich uns ein herrlicher Panoramablick auf die Küste und die Bucht von Funchal, bis wir schließlich den Aussichtspunkt in Garajau mit der Christusstatue erreichten.

Blick auf Funchal vom Aussichtspunkt "Cristo Rei Garajau"

Die Christo-Rei Statue auf dem Felsvorsprung gibt es seit 1927. Mit Sockel ist sie stolze 14m hoch, damit aber dennoch um einiges kleiner als die Christusstatue in Lissabon oder Rio de Janeiro. Für eine Fahrt mit der Seilbahn zum Strand hat die kleine Pause leider nicht gereicht. Wir fuhren weiter durch die engen, kurvigen Gassen, durch das Dorf Garajau, zurück in Richtung Funchal, vorbei an Bananenplantagen und noch einmal ein Stück der Steilküste entlang bis zum Schiff.

Nahaufnahme eines Vorhängeschlosses bei Funchal

Später am Nachmittag verließen wir den Hafen für einen Stadtspaziergang mit Gondelfahrt. Etwa 20 Minuten brauchte die Seilbahn bis nach Monte. Der kleine Ort liegt 800m über dem Meeresspiegel oberhalb von Funchal. Von hier aus hatten wir eine tolle Aussicht auf die Bucht der Stadt.

Funchal - Monte Seilbahnfahrt

Berühmt ist Monte vor allem für die Korbschlittenfahrten. Als wir oben ankamen, standen dutzende dieser Schlitten bereit, mit denen wir den Weg hinunter in die Stadt hätten nehmen können. Angetrieben und gelenkt durch die Kraft von zwei Carreiros rutscht man in den Korbschlitten – ohne Räder, nur auf Kufen – den Hügel hinunter. Wir spazierten noch eine Weile durch die Straßen mit wunderschön blühenden Gärten und machten uns dann wieder auf dem Rückweg.

Garten mit Weihnachtsstern-Baum in voller Blüte

Die Bilanz soweit: Auf jeden Fall ein idealer Einstieg in den Urlaub. Bei knapp 20 Grad, wie im Frühling, mit einer faszinierenden Landschaft, kleinen Gassen und Häusern, alles blühte. Und das im Februar! Die nächste Etappe sind 304 Seemeilen (563km) bis nach Lanzarote. Morgen ist aber erst einmal Seetag.

Herzlichst, Franziska