Ostseekreuzfahrt: St. Petersburg, Helsinki & Stockholm

Die Zwiebeltürme der Auferstehungskirche in St. Petersburg

Lieber Gustav, auf unserer Ostseekreuzfahrt sind wir gerade auf Kurs nach Gdingen bzw. Danzig, wo wir den Tag verbringen werden. Seitdem haben wir viele schöne Eindrücke in St. Petersburg, Helsinki und Stockholm gesammelt. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Art zu reisen so komfortabel und entspannt ist. Man braucht sich um kaum etwas zu kümmern, kann sich den Tag über bequem in den Städten aufhalten und abends an den gedeckten Tisch setzen. Das Beste überhaupt: Die Balkonkabine. So sieht man das Meer zu jeder Tages- und Nachtzeit oder hört bei offener Türe das Meeresrauschen. Morgens in der Dämmerung dann durch die Schären-Landschaft zu fahren und den nächsten Hafen immer näher kommen zu sehen – wir genießen das in vollen Zügen.

188 Seemeilen (348km) bis nach St. Petersburg

In der zweitgrößten russischen Stadt machten wir morgens um 8.00 Uhr im Hafen fest und bei der Fülle an Angeboten – aber ohne ein eigenes Visum – haben wir ganz bequem auf das AIDA Ausflugsprogramm zurückgegriffen. Für den ersten der beiden Tage in St. Petersburg fiel unsere Wahl auf die „Stadtrundfahrt inkl. Peterhof“. Wir wollten einen Überblick gewinnen, dabei möglichst viel sehen und weit rumkommen und dann ggf. am zweiten Tag noch einmal zu Fuß in die Innenstadt.

Ausflug: Stadtrundfahrt & Peterhof inkl. Kasaner Kathedrale

Der erste kurze Stopp auf unserer Fahrt war an einem alten Segelschiff, ganz in der Nähe der Peter und Paul Festung. Dann ging die Fahrt mit vielen weiteren kleinen Stopps u.a. am Panzerkreuzer Aurora, an der Blutkirche, der Kasaner Kathedrale, der Isaakskathedrale und der Nikolaus-Marine-Kathedrale weiter.

Goldene Kuppeln der Nikolaus Marine Kathedrale in St. Petersburg

Von dort fuhren wir etwa eine Stunde weiter bis zur ehemaligen Sommerresidenz des Zaren Peter des Großen und dem Schloss Peterhof mit traumhaftem Park: Zahlreiche kleine Springbrunnen, Fontänen, Statuen und Häuschen. Da wir in der Gruppe unterwegs waren, blieb uns die Warteschlange für die Schlossbesichtigung erspart. Innen im Palast bot sich uns ein sehr prunkvoller Eindruck.

Schloss Peterhof

Ausflug: Isaakkathedrale & Freizeit

Am zweiten Tag wollten wir noch einmal in das Stadtzentrum und buchten den Landausflug „Isaakkathedrale & Freizeit“. Bis zur Isaakkathedrale waren es nur 25min mit dem Bus; morgens war recht wenig Verkehr. Wir nutzten die Gelegenheit und stiegen die 260 Stufen zu der in 43m Höhe gelegenen Säulengalerie der Kathedrale hinauf: Der Panoramablick über die Stadt war atemberaubend. Goldene Kuppeln so weit das Auge reicht.

Isaakkathedrale, St. Petersburg

Wieder unten angekommen, verabschiedeten wir uns von der Gruppe und zogen los: Uns blieben knapp 5h bis uns der Bus wieder abholen würde. So gingen wir zuerst zum Schlossplatz mit der Alexandersäule und weiter zur Admiralität.

Winterpalast vom Palastplatz aus gesehen

Von dort aus nahmen wir die Metro und fuhren kreuz und quer durch das U-Bahn System; völlig unproblematisch. Und zum Teil mehr als 100 Meter unter dem Erdboden. Die Namen der Stationen waren immer doppelt gekennzeichnet; nicht nur in kyrillischen Buchstaben. Und die verschiedenen Linien haben sich durch unterschiedliche Farben voneinander abgehoben. Dabei hatte es uns vor allem die Rote Linie angetan: Die Stationen waren riesige Hallen aus Marmor, verziert mit aufwändigen Wandbildern und Kronleuchtern an der Decke. Was das Ticket betrifft: In St. Petersburg gilt eine Fahrt für beliebig viele Stationen – solange man die Metro nicht verlässt.

Unsere kleine Rundreise mit der Metro beendeten wir beim Newski-Prospekt, der gut 4km langen Straße inmitten des historischen Zentrums von St. Petersburg. Von dort entschieden wir uns spontan für eine Bootsfahrt auf der Newa und den Kanälen der Stadt. So hatten wir noch einmal einen schönen Blick auf viele der Sehenswürdigkeiten, fuhren u.a. vorbei am Stoganow-Palais, der Blutkirche, am Sommergarten, der Eremitage im Winterpalast und der Peter-und-Paul-Festung.

175 Seemeilen (324km) bis nach Helsinki

Der mittlerweile dritte Stopp auf unserer Ostseekreuzfahrt. Helsinki wollten wir auf eigene Faust erkunden; wir nutzten lediglich den von AIDA angebotenen Shuttle-Service zum Marktplatz. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Straßen und nahmen dann die Straßenbahn bis zum Olympiastadion, etwa 2km vom Stadtzentrum entfernt. Das Wahrzeichen ist der 72,71m hohe Turm, wobei die Höhe exakt der Weite des finnischen Speerwurf-Olympiasiegers von 1932 entspricht. Von dort oben hat man einen wirklich tollen Ausblick auf die Stadt.

Vom Olympiastadion gingen wir etwa 15min zu Fuss zum Sibelius Park und dann 25min weiter zur Felsenkirche. Von dort aus waren es noch einmal ca. 2km bis ins Zentrum. Wir machten Halt im kleinen Park Esplanadi und gingen an der Bronzestatue am Kauppatori-Platzes vorbei zum Senatsplatz und weiter zur Uspenski-Kathedrale. Von hier war es nicht mehr weit bis zum Bus-Shuttle. Was für ein schöner Tag in Helsinki.

Sibelius Park

Uspenski-Kathedrale in Helsinki

249 Seemeilen (461km) bis nach Stockholm

Tag 7 auf unserer Ostseekreuzfahrt: Stockholm wollten wir gerne mit dem Rad erkunden. Am Ufer des Mälarsees ging es über die höchste Brücke der Stadt ins Zentrum zum Rathaus. Unterwegs genossen wir fantastische Ausblicke, fuhren den Strandvägen entlang und besuchten das Vasa-Museum.

Die Vasa im Vasa-Museum Stockholm

Im Anschluss ging es zum Pavillon von Prinz Eugen und durch die Parklandschaft von Djurgården. Von dort aus fuhren wir auf Radwegen durch Wälder und am Wasser entlang zurück Richtung Altstadt. Wir erreichten schließlich Gamla Stan, hielten noch einmal am Königlichen Schloss und radelte nach einem ereignisreichen Tag wohlbehalten zum Schiff im Stadthafen von Stockholm.

Gamla Stan, die Stockholmer Altstadt

Blick auf Stockholm Altstadt Gamla Stan und Hafen bei Sonnenuntergang

Um die Tour noch einmal auf der Karte nachzuvollziehen, haben wir unsere wichtigsten Stationen hier zusammengetragen. Die Fahrradtouren von AIDA finden meist in überschaubarer Gruppengröße über 4-6h statt und sind nach mehr oder weniger anspruchsvollen Routen unterteilt: Von Soft Biking-Touren mit gemütlichem Tempo bis Aktiv Biking-Touren mit deutlich längeren und anspruchsvolleren Strecken.

395 Seemeilen (732km) bis nach Danzig

Für die Fahrt bis nach Danzig werden wir etwas länger brauchen. Wir sind nun auf dem Rückweg unserer Ostseekreuzfahrt. Aber so ein Seetag ist auch mal gut, um die bisherigen Eindrücke zu verarbeiten und einen Ruhetag einzulegen. Mein Lieblingsort an Deck: In der Hängematte auf unserem Balkon liegen und lesen.

Herzlichst: Deine Franziska