La Palma für einen Tag

Kunstvoll verzierte Holzbalkone, Santa Cruz de la Palma

Lieber Gustav, die nächste Etappe führte uns 228 Seemeilen (422km) bis Santa Cruz, der Hauptstadt der Insel La Palma. Im krassen Gegensatz zu gestern auf Lanzarote ist La Palma eine grüne Oase.

La Palma – grünste Insel der Kanaren

Mit 40% Waldfläche verfügt La Palma über deutlich mehr Vegetation als die anderen kanarischen Inseln. Grund dafür sind Passatwinde aus Nordosten, die über dem Atlantik Feuchtigkeit aufnehmen, Wolken bilden und dann in den Gebirgszügen der Insel hängenbleiben, abregnen oder für dichte Nebelfelder in den Bergen sorgen. Die Höhenunterschiede auf La Palma sind enorm. Der höchste Punkt ist der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern. Allerdings ist es weniger ein Berg als vielmehr eine Erhebung an der Abbruchkante eines riesigen Vulkankraters. Dieser Kraterrand teilt die Insel oft in eine wolkenverhangene Ost- und eine überwiegend sonnige Westhälfte. Genau so war es auch heute bei unserer Tour von Santa Cruz an der Ostküste zur Caldera de Taburiente Richtung Westen.

Aussichtspunkt La Cumbrecita, Caldera de Taburiente

Nationalpark Caldera de Taburiente

Im Grunde genommen ist die Caldera de Taburiente ein riesiger, halbkreisförmiger Vulkankrater im Zentrum der Insel. Die im Inneren liegenden Lorbeer- und Pinienwälder sind Teil des Nationalparks, den wir besuchten. Erwähnenswert sind in jedem Fall die kanarischen Pinien. Majestätische Bäume, die bis zu 60m hoch werden können.

Piniennadeln von kanarischer Pinie, sog. Kanaren-Kiefer

Nur auf den Gipfeln sind sie nicht anzutreffen und an Stellen, an denen die schroff abfallenden Hänge ein Verwurzeln verhindern. Neben den Pinien wachsen in diesem feuchten Klima natürlich noch eine ganze Reihe anderer Pflanzen. Dazu gehört u.a. der Avokadobaum, um nur ein Beispiel zu nennen. Nicht zuletzt bietet die Gegend aber Hunderten von Vögeln einen idealen Lebensraum. Bei unserer Wanderung hüpfte z.B. dieser kleine Kanarenpieper vor uns auf dem Weg.

Kanarenpieper "Anthus Berthelotii" auf La Palma

Aussichtspunkt Mirador Lomo de las Chozas

Nach der Busfahrt vom Hafen die Serpentinen hoch bis auf ca. 1.300 Meter erreichten wir den Nationalpark am Aussichtspunkt La Cumbrecita. Hier war auch der Startpunkt unserer kleinen Wandertour. Der erste Streckenteil verlief relativ flach an verschiedenen Informationstafel vorbei, die die geologischen Besonderheiten noch einmal erläuterten.

Auf dem Weg zum Lomo de las Chozas (ca. 1200m)

Zu unserer Rechten waren die höchsten Gipfel vom Kraterrand gut zu sehen; vor uns klaffte die Schlucht in die Tiefe. Mit einem Durchmesser von 8km und einer Tiefe von 1.500m gehört der Vulkankrater zu den größten der Welt.

Blick auf die Caldera de Taburiente, Wanderweg La Cumbrecita

Während unserer Rundwanderung führte uns der Weg u.a. zum Lomo de las Chozas, einem Felsvorsprung der in das Innere der Caldera reicht. Die Aussicht war sagenhaft!

Mirador Lomo de Las Chozas, La Palma

Nach dem Ausflug konnten wir unseren Nachmittag nach Belieben selbst gestalten. Mich verschlug es noch einmal in die Straßen von Santa Cruz, die vom Hafen fußläufig zu erreichen waren. Die Sonne schien, auf der zentral gelegenen Fußgängerzone war buntes Treiben, hübsche Cafés luden zum Verweilen ein und ringsum standen die prachtvollen Herrenhäuser mit Außenbalkonen in allen Farben. Diese kunstvoll verzierten Holzkonstruktionen sind typisch für das Stadtbild von Santa Cruz.

Kunstvoll verzierte Holzbalkone, Santa Cruz de la Palma

Sushi-Bar an Bord der AIDAstella

Den Abend verbrachten wir schließlich im Sushi-Restaurant auf Deck 11. Direkt an der Theke konnten wir live zusehen, wie die Rollen frisch zubereitet wurden. Die Schnelligkeit und die Professionalität dabei hat uns wirklich beeindruckt. Die Wartezeit nach der Bestellung war für uns mindestens genauso ein Erlebnis, wie das Essen selbst. So oft hatten wir den Profis schon über die Schulter sehen wollen.

Abendessen im Sushi-Restaurant, AIDAstella

Satt und zufrieden fielen wir in unsere Betten, lauschten den Wellen und nahmen langsam Kurs auf Teneriffa.

Herzlichst, Franziska