Ajaccio: Korsika mit dem Rad entdecken

Îles Sanguinaires - romantisches Ausflugsziel westlich von Ajaccio

Lieber Gustav, heute hielten wir nach 354 Seemeilen (655km) Fahrt im Hafen von Ajaccio, an der Westküste von Korsika. Die Insel ist die viertgrößte im Mittelmeer. Es war unser erster Halt, der erste Landgang auf dieser Kreuzfahrt. Geplant war eine Radtour entlang der Küste. Zuerst einmal beobachteten wir aber, wie das Schiff festmachte. Die aufgehende Sonne tauchte das Meer und die Stadtkulisse in warmes Licht. Gleich hinter der Stadt sah man die schroffen Berge, deren Gipfel noch in einem Mix aus Nebel und Wolken gehüllt waren. Ich hätte Stunden auf dem Balkon stehen können. Der Ausblick war fantastisch!

Hafen von Ajaccio, an der Westküste von Korsika

Korsikas Hauptstadt

Ajaccio ist die größte Stadt Korsikas, Hauptstadt der Insel und außerdem Napoleons Geburtsort. Im Zentrum liegen Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Cafés, Restaurants und Geschäfte nah beieinander. Im Umland gibt es viele Wanderwege, schroffe Berggipfel und Küstenlinien mit wunderschönen Buchten. Dabei macht der zentrale Liegeplatz direkt im Stadtzentrum den Hafen von Ajaccio zum perfekten Ausgangspunkt für Landgänge aller Art. Beispielsweise ist die Altstadt zu Fuß in unter fünf Minuten zu erreichen.


Sehenswürdigkeiten in Ajaccio

Läuft man vom Hafen einmal über die Hauptpromenade steht man schon mitten auf dem Marktplatz. Dahinter liegen die engen Gassen der genuesichen Altstadt, 200m weiter das Geburtshaus Napoleons (Maison Bonaparte). Der Stadtstrand St. Francis ist in weniger als 15min zu erreichen – einfach der Stadtmauer folgen. Westlich von Ajaccio etwa 11km vom Zentrum entfernt, liegt die Halbinsel Parata. Sie war Ziel unserer Biking-Tour auf Korsika.

Fahrradtour zur Halbinsel Pointe de La Parata

Vom Hafen in Ajaccio ging es zunächst entlang verschiedenerer Sehenswürdigkeiten bis zum Place Foch, dem historischen Marktplatz. Direkt an die Altstadt von Ajaccio grenzt der Place de Gaulle. Der große Platz liegt an der Uferstraße mit schönem Ausblick auf’s Meer. Weiter ging es zum Place d´Austerlitz. Dieser lag etwas außerhalb und bot auf einem Hügel eines von vielen Napoleon Denkmäler.

Statue von Napoleon - Bild vom Place d'Austerlitz

Die ganze Stadt besteht aus Napoleon-Andenken. Das Geburtshaus des früheren Kaisers sahen wir auf dem Weg zur Kirche Notre-Dame-de-la-Miséricorde.

Die nächste Etappe fuhren wir die Küstenstraße entlang bis zum Aussichtspunkt Pointe de la Parata. Der Pointe de la Parata ist der äußerte Punkt am Golf von Ajaccio. Da es immer nur geradeaus ging, konnte jeder in seinem eigenen Tempo fahren. Nur ab und zu wurde ein kurzer Stopp zum Sammeln eingelegt. Schließlich hielten wir bei einem Wachturm am nördlichen Ende auf einer Felsformation. Von dort ging es über einen ausgeschilderten Weg zu Fuß weiter.

Halbinsel am Pointe De La Parata mit dem erhaltenen genuesischen Turm

Der Turm von Parata und die Iles Sanguinaires

Nach ca. 20min Aufstieg erreichten wir den halb zerstörten Turm in einer Höhe von 55 Metern. Er gehörte zu einer Reihe von Küstenbefestigungen, die die Republik Genua zwischen 1530 und 1620 errichtete, um die Angriffe der Barbary-Piraten einzudämmen. Der Turm ist 12m hoch und hat einen Durchmesser von 7,3m auf der Höhe der Dachplattform.

Rundum bot sich uns ein Panoramablick auf die wilde Küstenlandschaft und die Iles Sanguinaires. Vier kleine vorgelagerte Inseln, die inzwischen maritimes Schutzgebiet und Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten sind. Viele Seevögel haben hier beispielsweise ihre Brutplätze.

Die Îles Sanguinaires von der Pointe de la Parata gesehen

Nach einer Weile traten wir den Rückweg an, fuhren die Küste entlang und schauten nach einem geeigneten Badestrand. Das Wasser war glasklar! Wir genossen die Abkühlung, die Ruhe in der einsamen Bucht, den feinen Sandstrand, das türkisblaue Wasser. Es sah aus, wie im Bilderbuch. Ein kleines Café am Stand mit dem Nötigsten für eine entspannte Kaffeepause. Am späten Nachmittag packten wir zusammen und radelten den Rest der Strecke zurück bis zum Hafen.

Insgesamt sind wir in 4,5 Stunden fast 30km gefahren – für uns ein sehr guter Mix aus entspannt, sportlicher Urlaubsatmosphäre. Eine wunderschöne Strecke, um von Korsika einen ersten Eindruck zu erlangen. Wir radeln wirklich immer wieder gerne auf unseren Ausflügen.

AIDA Bikingtouren: Landausflüge mit dem Fahrrad

Nachdem wir zu Abend gegessen hatten, saß ich noch eine Weile auf dem Balkon unserer Kabine, blätterte ein bisschen im Reiseführer und ließ die Eindrücke des Tages Revue passieren. Wir hatten einen sehr schönen und interessanten Tag in Ajaccio verbracht. Der Blick ging auf den kleinen Hafen mit den vielen Segelbooten und Yachten. Die Sonne stand tief und färbte den Himmel gelb-orange.

Sonnenuntergang im Hafen von Ajaccio

Dann legten wir ab, alles entfernte sich wieder, wurde kleiner. AIDAprima nahm Kurs auf Civitavecchia in Italien. Schließlich soll unsere Reise morgen nach Rom gehen.

Herzlichst, Franziska