21 Tage Roadtrip durch den Westen der USA: Reiseroute und Bilder

Canyonlands National Park bei Moab, Utah

Lieber Gustav, keine Kreuzfahrt, aber eine wunderbare Rundreise durch den Westen der USA. Mit dem Van führte unser Roadtrip in drei Wochen von San Francisco durch viele verschiedene Nationalparks über Las Vegas, den Grand Canyon, die Route 66 bis nach Los Angeles und Venice Beach. Eine beeindruckende Fahrt mit vielen Gegensätzen aus Natur, pulsierenden Großstädten. Da war an einem Abend noch das Spiel im Casino, dann standen wir unter Riesenmammutbäumen, übernachteten im Monument Valley unter freiem Himmel und fuhren weiter durch karge Wüstenlandschaft. Das waren unsere Stationen auf dem insgesamt 21 Tage langen Roadtrip.

San Francisco: Reisestart und Roadtrip-Ausgangspunkt

Unsere Reise begann in San Francisco, einer Weltstadt voller Charme mit modernen Wolkenkratzern und alten viktorianischen Häusern. Gleich nach unserer Ankunft mit dem Flugzeug besuchten wir die berühmte Hängebrücke, die Golden Gate Bridge. Am zweiten Tag wurden wir direkt nach dem Frühstück von einem Stadtführer zu einem Erkundungsspaziergang abgeholt. San Francisco war viel kleiner als erwartet und sehr gut zu Fuß zu erkunden. Spannend war es auch, die traditionelle Cable Car Bahn zu nutzen. Eine bimmelnde Straßenbahn, die die steilen Hügel der Metropole befährt. Am Nachmittag haben wir es uns in einem der zahlreichen Touristenbusse bequem gemacht – schließlich wollten wir noch einmal auf der Straße über die Golden Gate Brücke fahren. Wie so oft hat sich diese leider auch während unseres Aufenthalts hinter einem Vorhang aus dichtem Nebel versteckt.

Golden Gate Bridge bei Nebel, San Francisco

Nahaufnahme der Brücke bei Nebel, Golden Gate Bridge

Mit Bus und Bahn hatten wir uns einen guten Überblick verschafft. Am dritten Tag sind wir mit geliehenen Rädern weiter durch die Straßen. Auch während dieser Zeit haben wir viel gesehen: Chinatown zum Beispiel oder den alten Hafen Fisherman`s Bay, der nach einem Brand originalgetreu restauriert wurde. Hier war auch der legendäre Pier 39 zu finden. Den Abend ließen wir beim Essen in der Cheesecake Factory ausklingen, saßen eine Weile draußen auf der Dachterrasse vom Macy’s Kaufhaus, schlenderten noch einmal über den Union Square und schließlich zum Bus und zurück zum Hotel.

Cable Car in San Francisco, Nachtaufnahme am Union Square

Yosemite Nationalpark: 340 km in der ersten Etappe

Nach drei Tagen in San Francisco ging es mit Minibus und unserem deutschsprachigen lokalen Reiseleiter weiter in Richtung Landesinnere. Unser Ziel war der Yosemite Nationalpark, der 1864 zum ersten Naturreservat der USA erklärt wurde und inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Mit einer Größe von über 3.000 km² bietet der Park einen Lebensraum für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Hier schlugen wir zum ersten Mal unsere Zelte auf.

Junges Reh im Yosemite-Nationalpark

Outdoor Küche; Campingkocher

Häufig zu findender Diademhäher

Im Park gab es viele Wanderwege, die alle gut ausgeschildert waren. Von leichten Spaziergängen bis hin zu kompletten Tagestouren hatten wir die Qual der Wahl. Da wir alle möglichst viel sehen wollten und sportlich unterwegs waren, belief sich unsere Route hier auf knapp 10km. Das klingt erst einmal überschaubar; die Höhenunterschiede jedoch sind nicht zu unterschätzen. Auf dem Mist Trail führte uns der Wanderweg an zwei Wasserfällen vorbei und wie auf einer riesigen Treppe der Natur bis zur Fallkante des Vernal Fall Wasserfalls.

Vernal Fall im Yosemite National Park

Das Yosemite Valley wurde einst von Gletschern geschaffen und so stürzten hier überall Wasserfälle von den umgebenden Felswänden der Sierra Nevada herab und ergaben ein atemberaubendes Bild. Eine besondere Attraktion des Parks sind außerdem Riesen-Sequoias, Mammutbäume, von denen einige einen Umfang von über dreißig Metern haben und bis zu 3.000 Jahre alt werden.

Yosemite Nationalpark – Bishop (220 km)

Bevor wir unsere nächste Etappe antraten und den Yosemite Nationalpark Richtung Osten verließen, machten wir noch einmal Halt mit tollem Ausblick auf den Half Dome, dem 2.693m hohem Berg und absoluten Wahrzeichens des Parks. Vom Olmsted Point sieht man hier die Nordseite der mächtigen Felskuppe.

Aussichtspunkt im Yosemite National Park

Blick auf die Nordseite der Half Dome vom Olmsted Point

Auf dem Weg nach Bishop machten wir viele kleine Stops, hielten unterwegs an Badeseen, legten eine Picknickpause ein, genossen die Aussicht und die Landschaft. Wir kletterten auf den Lembert Dome und hielten am Mono Lake, einem alkalischen Salzsee. Vor der grandiosen Kulisse der Sierra Nevada lag dort im blaugrünen Wasser des Sees ein natürlicher Skulpturenpark aus Tuffsteintürmen und meterhohen Salzsäulen.

Mono Lake, Sierra Nevada

Bishop – Las Vegas (475 km)

Der tiefste Punkt der USA ist mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel „Badwater“ im Tal des Todes. Death Valley ist kein Ort des Grauens mehr, sondern eine atemberaubende Landschaft, der wir mit viel Respekt begegneten. Wir waren sehr froh, dieses Gebiet der Mojave Wüste nicht zu Fuß durchqueren zu müssen. Das Thermometer zeigte 118 Fahrenheit, umgerechnet 48 Grad Celsius.

Blick über das Tal des Todes, Death Valley

Vertrockneter Baum in der Mojave-Wüste

Nach diesem beeindruckenden Naturerlebnis hieß es: „Welcome to Fabulous Las Vegas„! Wie eine überdimensionale Leuchtreklame ragte die Stadt aus der Wüste Nevadas. Glitzernde Kasinos, Hotels in der Form berühmter Skylines und Konzertsäle verteilten sich entlang des berühmten Las Vegas Boulevard. In Vegas war alles groß und gigantisch. Das galt vor allen Dingen für die Vielzahl an Hotels und Spielhallen. Allerdings nicht für das Essen – denn essen konnten wir hier recht günstig, da auf diese Weise wohl die Menschen zu einem Besuch der Stadt und einem Spielchen animiert werden sollen.

Vegas bei Nacht: Fontänen des Bellagio und Eiffelturm-Nachbau

Las Vegas – Zion Nationalpark (270 km)

Am Rande des Colorado Plateaus reckten sich weiße, rote und rosafarbene Sandsteinkliffs, die zu den höchsten der Erde zählen, in den blauen Himmel über Utah: Wir kamen nun zum Zion Nationalpark. Der Zion Canyon ist eine tiefe Schlucht, ausgeschliffen vom Virgin River. Im Park war es geruhsam und still, nur wenn man die Wassergewalten nach einem kurzen Regenschauer erlebt, verwandelt sich die Schlucht in ein großes Wasserspektakel.

Steile rote Klippe des Zion Canyons, Zion NP

Streifenhörnchen im Zion Nationalpark

Zion Nationalpark – Bryce Canyon (140 km)

Der nahe gelegene Bryce Canyon glich mit seinen treppenartigen Gesteinsschichten einem riesigen Amphitheater. Spalten, Kliffs und Zinnen formten eine spektakuläre Landschaft, die durch Jahrtausende währende Erosion entstanden ist. Die Indianer nannten sie „Hoodoos“ und stellten sich vor, dass sie versteinerte Menschen seien. Hier übernachteten wir stilecht in Tipis und erfuhren viel über das Leben und die Tradition der Indianer.

Rote Felsformation im Bryce Canyon Nationalpark

Mondlicht auf unserem Roadtrip durch den Westen der USA

Erdmännchen

Bryce Canyon – Moab (440 km)

Wilder Westen pur erwartete uns in Moab. Das Städtchen war drei Tage lang Ausgangspunkt unter anderem für unsere Besuche im Arches Nationalpark. Unter seinen 2.000 natürlichen Steinbögen befand sich auch der so genannte Landscape Arch, der längste Bogen mit einer Länge von knapp 100m. Hier auf den Bilder zu sehen das sogenannte North Window und der etwa 20m hohe freistehende Natursteinbogen Delicate Arch.

Das sogenannte North Window, Arches National Park

Wildkaninchen im Arches National Park

Delicate Arch bei Sonnenuntergang auf unserer Nachtwanderung

Abendhimmel über dem Arches Nationalpark

Von Moab aus besuchen wir außerdem den Canyonlands Nationalpark mit toller Sicht auf den Green River und den Dead Horse Point State Park in unmittelbarer Nähe nordöstlich des Canyonlands Nationalpark mit Blick auf den Colorado.

Canyonlands National Park bei Moab, Utah

Westliche Zauneidechse, Canyonlands Nationalpark

Unsere Hütte - der Ausgangspunkt für Ausflüge in Moab

Moab – Monument Valley (190 km)

Die Landschaft des Monument Valley kannten wir bisher nur aus dem Fernsehen – hat sie schon in so manch einem Wildwest-Film als Kulisse gedient. Das Gebiet mit den steilen Gebilden aus rotem Sandstein wird heute von den Navajo-Indianern bewohnt. Mit einem solchen Navajo Indianer besuchten wir den Park, fuhren in einer 2,5-stündigen Jeeptour durch das Reservat und sahen verschiedene Felsmalereien und vor allem viele der riesigen Felstürme aus nächster Nähe.

Indianischen Steinritzungen im Monument Valley

In Anlehnung an deren Erscheinungsbild trägt jeder Felsen einen für ihn charakteristischen Namen. Mit etwas Fantasie erkannten wir aus Fels geformte Tiere, Figuren und Gesichter, wie diese überdimensionalen Handschuhe.

Monument Valley mit Handschuh-Formation

Gerade zum Sonnenuntergang schien die Sonne in einem schönen Ton aus rot und orange und ließ die Sandsteingebilde noch mehr leuchten. Bei diesem Anblick ließen wir den Tag ausklingen und übernachten schließlich vor Ort unter freiem Himmel.

Monument Valley – Lake Powell (214 km)

Unsere Reise ging von hieraus weiter zum Lake Powell, einem Stausee an der Grenze zwischen Utah und Arizona. Hier konnten wir im klaren Wasser baden und entspannen. Abends ging es auf eine Wanderung zum Aussichtspunkt des Horseshoe Bend. Was für ein beeindruckendes Bild, wie sich der Flusslauf des Colorado River in einigen hundert Metern Tiefe hufeisenförmig durch die Landschaft schlängelt. Einfach atemberaubend!

Horseshoe Bend: Atemberaubender Blick in den Flusslauf

Hier mit den Personen im Bild werden die Dimensionen noch einmal besser sichtbar. Die Ausmaße sind enorm, ca. 300 Meter geht es in die Tiefe. Man sollte schwindelfrei sein, um Fotos direkt vom Rand des Abgrunds zu schießen.

Abgrund am Horseshoe Bend bei Sonnenuntergang

Lake Powell – Grand Canyon (255 km)

Wir dachten immer, es kann nicht noch besser werden – bis wir schließlich das Gebiet um den Grand Canyon erreichten. Der erste Blick auf den Grand Canyon – unvergesslich! Mit seinen zahlreichen Aussichtspunkten und Wandermöglichkeiten ist es unbestritten die größte natürliche Sehenswürdigkeit der USA. Entstanden ist diese 450 km lange und bis zu 1.800 m tiefe Kluft durch die Anhebung des Colorado-Plateaus und die damit einhergehende Erosion durch den Colorado-Fluss. Eine besondere Sicht auf den Grand Canyon erhielten wir bei einem 45-minütigen Rundflug mit dem Hubschrauber.

Hubschrauberflug über den Grand Canyon

Grand Canyon aus der Vogelperspektive mit Blick auf den Colorado River

Unsere Ausflüge in den folgenden Tagen waren wunderschöne Wanderungen entlang des South Rim, der Südkante des Grand Canyons. Hier war der Canyon bis zu 30 km breit und 1.600 m tief. Der Blick über den Canyonrand war unglaublich und lässt sich nur schwer in Bildern festhalten. Man wird ganz klein, bescheiden und still.

Aussicht auf den Grand Canyon bei unserer Wanderung entlang des South Rim

Grand Canyon – Kingman (270 km)

Auf dieser Etappe ging es zeitweilig auf der bekanntesten Straße Amerikas, der Route 66, weiter zurück in Richtung Küste. Wir machen u.a. Halt in Seligman und Oatman, zwei Orten in denen die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Diese ehemaligen Goldgräberstädte sind heute vor allem Treffpunkt für Touristen und Abenteurer auf der Durchreise.

US Highway: Die Route 66

Die Hauptstraße von Oatman, Arizona

Kingman – Venice Beach (570 km)

Nach einer Nacht in Kingman und einer nochmal etwas längeren Fahrt erreichten wir am nächsten Tag schließlich wieder den US-Bundesstaat Kalifornien. Die Stadtrundfahrt durch Los Angeles und Hollywood war die letzte Exkursion, die wir gemeinsam mit unserem Reiseführer unternahmen.

Sterne des Hollywood Boulevard, Los Angeles

Dann hieß es Abschied nehmen – aber wir als Gruppe hatten noch zwei weitere Tage Urlaub im Hotel. Der Weg zum Strand war kurz; wir liefen die Uferpromenade entlang von Venice Beach bis Santa Monica und badeten in der Brandung des Pazifiks.

Santa Monica Pier, Ende der Route 66

Venice Beach, Sandstrand an der Pazifikküste

Daneben blieb noch Zeit für einen Besuch der Universal Studios: Ein Freizeitpark rund um die Welt der Film- und Fernsehgeschichte. Im Park trafen wir unsere Lieblingscharaktere, bekamen einen Einblick in verschiedene Drehorte und Filmsets und schlenderten durch Teile der originalen Filmkulisse aus Harry Potters Zauberwelt. Wie im Film kann man sich bei Ollivander, dem legendären Zauberer aus der Winkelgasse seinen eigenen, passenden Zauberstab aussuchen.

Globus am Eingang zu den Universal Studios Hollywood

Zauberstäbe bei "Ollivanders" in der Winkelgasse, Universal Studios

Zu guter Letzt hatten wir auch noch Karten für ein großes Baseballspiel reserviert. Dieser Sport wird in den USA ähnlich zelebriert wie Fußball in Deutschland. Unsere eigene Beziehung und Erfahrung mit Baseball hat den Besuch im Stadium zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Baseball Spiel: Los Angeles Angels vs. Boston Red Sox

Baseball Schlagmann der Red Sox, Angel Stadium in Anaheim

Schweren Herzens, aber erfüllt vom kalifornisches Strandfeeling und so vielen außergewöhnlichen Eindrücken traten wir nach drei Wochen Roadtrip schließlich die Heimreise zurück nach Deutschland an.

Park Row: Streetart und Lifestyle in Venice Beach

Sonnenuntergang über den Wolken auf unserer Rückreise

Für alle Leser, denen bei diesen Bildern und Erzählungen das Fernweh packt: Diesen Roadtrip haben wir hier gebucht. Auf Djoser und Djoser Family gibt es eine Vielzahl solcher Reiseangebote – allesamt durchorganisiert und trotzdem authentisch und individuell. Die Reisegruppen sind meist nicht größer als 15-20 Personen. Das Ausflugsprogramm wird vor Ort vom Reisebegleiter auf die eigenen Wünsche abgestimmt. Spaß und gute Stimmung stehen im Vordergrund. Wir waren begeistert!